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Potenzialentwicklung Teil 4: Leben im Flow

Wie würde es sich anfühlen, aus Ihrer Komfortzone herauszutreten und das volle Potenzial zu entfalten? Und müssen Sie sich wirklich  zwischen Sicherheit und Wachstum entscheiden?

Erfahren Sie in dieser Folge:

  • Warum das Risiko und die Bereitschaft zur Verletzlichkeit unverzichtbar für die persönliche Entwicklung sind.
  • Wie die Fokussierung auf Ihre Stärken und der Umgang mit Ihren Schwächen Sie auf Ihrem Weg unterstützen.
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Sie haben Fragen und Anregungen?

Dann schreiben Sie mir gerne eine Nachricht an: thomas.kapp@allscout.de

 

Oder wenn Sie lieber lesen möchten, geht es hier weiter mit dem Text zum Podcast.

Herzlich willkommen allseits. Ich begrüße Sie zu unserer neuen Folge von Startrampe Erfolg – Wo ist mein Zünder? Heute verlassen wir die Entdeckung unseres Potenzials und befassen uns mit seiner Entwicklung.

Bevor wir uns diesem spannenden Thema zuwenden, möchte ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, darauf hinweisen, dass es bald so weit ist: Mein neues Buch wird am 4. Oktober rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse erscheinen und in allen Buchhandlungen, bei Amazon und überall, wo es Bücher gibt, erhältlich sein. Es trägt den Titel „DENKBUCH Erfolg“.

Das DENKBUCH Erfolg verschafft für alle Leserinnen und Leser tiefgehende, neue Einsichten und oft eine Vergrößerung ihres Bewusstseins rund um das Thema „Erfolg“. Das Buch ist für alle, die diesen BLOG schätzen und lieben. Und darüber hinaus für alle, die sich eingehender mit dem Thema „Erfolg“ beschäftigen und sich auf ihre individuelle Abenteuerreise „Lebenserfolg“ begeben möchten. Der „Anfänger“, der sich noch nie mit dem „Erfolg“ befasst hat, wird genauso wie der „Fortgeschrittene“, der sich schon intensiver mit dem Thema „Erfolg“ auseinandergesetzt hat, in diesem Buch fündig werden. 

Das DENKBUCH wird Fragen stellen, aber auch Orientierung bieten. Neben grundsätzlichen Fragestellungen ist das Buch gespickt mit Geschichten, Beispielen, Zitaten sowie zahlreichen praktischen Anregungen für eine erfolgreiche Bewältigung unseres Alltags.

Notieren Sie sich also schon einmal den 4. Oktober in ihrem Kalender. Dann erscheint Band 1 von insgesamt 4 Bänden, welcher Ihnen hoffentlich manchen wind- und regengeplagten Herbstabend versüßen wird. Wenn dieser BLOG Sie angesprochen hat, ist es fast ein Muss, das Buch zu lesen.

Und nun zurück zur heutigen Folge unseres BLOG. Es geht um die Entwicklung unseres Potenzials.

Wie immer beginnen wir mit einer Geschichte:

Der Hummer häutet sich in bestimmten Abständen, wirft dabei seinen bisherigen sicheren Panzer ab, um erst mehrere Wochen später einen neuen Panzer in vergrößerter Form auszubilden. In dieser Phase ist er äußerst verletzlich, jedoch nur das Durchschreiten dieser Phase ermöglicht es ihm, zu wachsen und bis zu 100 Jahre alt zu werden.  

Was bedeutet das nun für unsere Startrampe Erfolg?

Hat man nun sein persönliches Potenzial entdeckt, so gilt es, dieses zu entwickeln oder wie das heute so schön heißt, „seine PS auf die Straße zu bringen“. Dann ist man vor die Frage gestellt: „Träumst du dein Leben oder lebst du deinen Traum?“ Unsere Visionen bringen uns nicht weiter, wenn wir nicht irgendwann an die Umsetzung gehen. Sonst geht es uns wie Ödön von Horvarth, der einmal sagte: „Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu“. 

Die Entwicklung unseres Potenzials ist umso leichter, je klarer wir uns unserer Begabungen, Fähigkeiten und Neigungen bewusst sind, je deutlicher wir sie in uns spüren. Ken Robinson nennt das, in unserem „Element“ zu sein. Und je mehr wir uns dem Kern unseres Elements nähern, desto mehr sind wir in der „Zone“ (andere nennen es „Flow“). Ein solcher Flow hat insbesondere zwei Effekte: Wir geraten „außerhalb von Zeit und Raum“, die Zeit vergeht wie im Flug. Und wir können auf ungeahnte mentale Energiereserven zugreifen. Flow ist gelebte Potenzialentwicklung. Wer sich im Flow befindet, überschreitet mühelos bisher als unüberwindbar erscheinende Grenzen.

Trotz Element und Flow müssen wir zur Potenzialentwicklung raus aus unserer Komfortzone. Wir müssen etwas riskieren, alte Gewohnheiten verändern oder gar aufgeben. Dies bringt auch die Bereitschaft zu einer gewissen Verletzlichkeit mit sich. Nur so ist Entwicklung möglich. Potenzialentwicklung bedeutet damit auch, sich von Gruppenzwängen und konformistischem Verhalten zu verabschieden, einmal gegen den Mainstream zu schwimmen und seinen eigenen Weg zu gehen, also letztlich auch Mut – so wie der Hummer in der Eingangsgeschichte.

Während in der Phase der Entdeckung unseres Potenzials der Horizont geweitet wird, muss in der Entwicklungsphase eine Verengung des Blickwinkels, eine Fokussierung auf das nächste (Zwischen-)Ziel erfolgen. Nun gilt es, immer besser zu werden. Fokussierung, Konzentration, Commitment, Disziplin, Widerstandskraft sind jetzt gefordert. Und vor allem Üben: Nur wer trainiert, wird ein Routinier und Meister, egal, ob beim Musizieren, Sport oder im Beruf. Es ist die Zeit vorbei, jeden Tag einem neuen Ziel hinterherzulaufen. Bleiben Sie konsequent und diszipliniert, aber werden Sie nicht verbissen! 

Und Vorsicht: Diese Konsequenz sollte Sie jedoch nicht davon abhalten, im Laufe Ihres Lebens in bestimmten Abständen (insbesondere nach harten Rückschlägen) Ihre alte Potenzialanalyse zu überprüfen und ggf. neue Perspektiven zu entdecken.

Oft wird geraten, „Stärken zu stärken‘‘, wenn man Überdurchschnittliches leisten und Erfolg haben möchte. Von Ausnahmen abgesehen halte ich das grundsätzlich auch für richtig. 

Der Ausbau der Stärken geht vielfach mit einer Spezialisierung einher: Je breiter man aufgestellt ist, desto mehr geht an überdurchschnittlicher Qualität, Stärke und Wiedererkennungswert verloren. Ich hatte einmal einen Partnerkollegen in der Kanzlei, welcher eigentlich fast alle Rechtsgebiete abdeckte. Er hatte eigentlich ein Spezialisierungsproblem. Seinen Mandanten gegenüber verkaufte er sich daraufhin als „Spezialist für schwierige Fälle“. Zumindest cleveres Marketing und immerhin ein USP – ein Unique Selling Point!

Wir haben bereits in der letzten Folge über unseren Life Purpose gesprochen. Nun kann sich ein solcher Life Purpose ganz unterschiedlich entwickeln lassen. 

Beispiel:

Lautet unser Life Purpose z.B. „Ich möchte die Welt verändern“ und besteht unsere Stärke darin, gut zu singen, könnte ein endgültiges Ziel sein, „ein zweiter Bob Dylan zu werden“ − mit vorgelagerten Zwischenzielen wie z.B. Gründung einer Band – Auftritte in Clubs – Auftritte auf der Bühne – erstes Album – Einzug in nationales Chart – etc. Ein Potenzial kann sich jedoch auch anders entwickeln lassen, wenn man die musikalische Begabung nicht gleich in den Vordergrund stellt, sondern in Betracht zieht, dass man die Welt auch noch auf sehr viele andere Weisen „retten“ kann, z.B. als Politiker, als Umweltaktivistin bei Greenpeace, als Anwältin (denken Sie an Amal Clooney) − oder mit etwas kleinerer Münze auch als Musiklehrerin an einer Schule – dann verbessern Sie die Welt durch die Ausbildung und Motivation der jungen Generation!  

Nun haben wir über unsere Stärken gesprochen. Was machen wir aber mit unseren Schwächen? Vom berühmten griechischen Redner Demosthenes, über den wir in der letzten Folge gesprochen haben, konnten wir lernen, dass man sogar seine Schwächen zu einer Stärke transformieren kann − das wird allerdings eher der Ausnahmefall bleiben. Ähnliche Ausnahmefälle kennen wir bei Schauspielern, die nicht das schönste Gesicht haben und trotzdem Weltstars geworden sind. Im Übrigen sollten wir gestaffelt vorgehen: Manchmal ist eine Schwäche eine Eigenschaft, die für den Erfolg irrelevant ist (der Opernsänger muss kein guter Läufer sein), dann können wir sie ignorieren. Manchmal stellt sie allerdings ein schweres Hindernis dar. Dann muss man diese Schwäche angehen. 

Das Einfachste ist es, wenn man die Schwäche durch Delegation kompensieren kann: Während meiner Tätigkeit als Anwalt war ich immer bestrebt, alle Tätigkeiten und Aufgaben, die andere besser oder leichter als ich erledigen konnten, an mein Sekretariat bzw. meine anwaltlichen Partner oder Associates zu delegieren. Dadurch konnte ich mich auf die für mich wesentlichen und wichtigen Dinge konzentrieren − auf die Dinge, die ich am besten (und vielfach auch nur allein) erledigen konnte. Das hatte zwei Vorteile: Ich konnte mich auf meine Kernkompetenzen konzentrieren und war auch in meinen eher schwachen Bereichen gut aufgestellt.

Wenn keine Möglichkeit der Delegation besteht und die Schwäche nicht zu gravierend ist, gibt es auch die Möglichkeit, die Schwäche so weit zu stärken, dass man zwar keine überdurchschnittliche Leistung erzielt, aber jedenfalls durch die Schwäche nicht behindert wird.

Beispiel:

Ein gehörgeschädigter Geschäftsführer schafft sich ein gutes Hörgerät an, ein sprachlich wenig Begabter nimmt einen Rhetoriklehrer. 

Egal, ob wir eine Stärke stärken oder aus einer früheren Schwäche eine Stärke entwickeln, entscheidend ist es, dass wir den Entwicklungsprozess bewusst und konsequent vorantreiben. Nehmen Sie sich dafür Zeit – Erfolg kommt in kleinen Schritten, die irgendwann immer größer werden. 

Für heute sind wir damit fast am Ende.  Wie immer gibt es für Sie noch zwei Impulse, ein Zitat und eine Frage zum Nachdenken.

Das Zitat stammt heute von Wilhelm Busch:

„Wer in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen Spuren.“ 

Und die persönliche Frage für Sie lautet:

Haben Sie schon Ihre Komfortzone verlassen, um Ihr Potenzial zu entwickeln?

In der nächsten Folge verlassen wir das Thema Potenzialentwicklung und sprechen über Ziele − und wie sie uns weiterbringen.

Bis dahin verbleibe mit den besten Wünschen, Ihr Thomas Kapp

Dr. Thomas Kapp

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