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Die 10 Stufen des Glücks

Glück hat Stufen? Ja, zumindest teile ich das so ein. Wenn Sie erfahren wollen, welche 10 Stufen es gibt und auf was es am Ende wirklich ankommt, dann hören Sie unbedingt in diese Folge rein.

Erfahren Sie in dieser Folge:

Glück ist eine Sache der Bewusstseinsentwicklung

Wie Sie sich bewusst werden können, was Sie glücklich macht

Meine 10 Glücksstufen

Wie immer beginnen wir mit einer Geschichte:

Ein alter Bauer in einem armen Dorf galt als reich, weil er ein Pferd besaß. Eines Tages lief es davon. Die Nachbarn kamen, um ihr Bedauern auszudrücken, doch der Bauer sagte nur: “Woher wisst ihr, dass dies ein Unglück ist?” Ein paar Tage später kehrte das Pferd zurück und brachte ein Wildpferd mit. Die Nachbarn freuten sich alle über sein günstiges Geschick, aber der Bauer antwortete erneut: „Vielleicht“. Am nächsten Tag versuchte der Sohn des Bauern, das Wildpferd zuzureiten, wurde abgeworfen und brach sich ein Bein. Wieder bemitleideten die Nachbarn den Bauern, doch der sagte nur: “Wer weiß?” Kurz darauf kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, doch da der Sohn verletzt war, wurde er nicht als Soldat einberufen. Als die Nachbarn ihm sagten, was für ein Glück er habe, antwortete der Bauer nur: „Mag sein“.

Was bedeutet das nun für unsere Startrampe Erfolg?

Über das Glück zu schreiben, ist nicht viel einfacher, als eine Seifenblase zu tätowieren. Für mich ist klar: Jeder Mensch muss sich seinen ganz persönlichen Begriff von Glück erschaffen. Glück ist – wie der Erfolg − etwas Persönlich-Individuelles: Jeder freut sich anders und vielfach auch über anderes als andere. Was uns allerdings verbindet, ist die grundsätzliche Fähigkeit, Glück zu empfinden. Ein Computer kann sich nicht freuen. Ebenso kann unser Verstand kein Glück empfinden, nur unser Herz und unsere Seele. Glück kommt daher von innen, nicht von außen. Das sehen wir auch daran, dass wir in manchen Situationen unseres Lebens unser Glück nicht bewusst empfinden, es also bewusstseinsmäßig verpassen, und Jahre später erst rückblickend erkennen, dass wir damals glücklich waren.

Ich möchte unsere Suche nach dem Glück in mehrere Teile aufteilen. In diesem BLOG befassen wir uns mit der Frage nach der „Qualität“ des Glücks. Zu dieser „Glücksqualität“ habe ich 10 Stufen gefunden, die wir gleich im Anschluss näher beleuchten. In der folgenden Woche werden wir die Frage nach dem „Inhalt“ des Glücks, also was uns inhaltlich glücklich macht, näher untersuchen.

Was sind nun die 10 Glücksqualitäten?     

Die 10 Stufen der Glücksqualitäten teile ich wie folgt ein:

Glücksstufe 1:   Das (wie auch immer geartete) Paradies, Nirwana, die ewigen Jagdgründe. Dies ist auf    Erden unerreichbar. Das Leit-Motto dieser Stufe des Glücks ist Nicht verbalisierbar.

Glücksstufe 2:   Erleuchtung wie z.B. im Sinne asiatischer Religionen (z.B. Buddhismus), Aufgabe jeglicher Anhaftung an weltliche Bedürfnisse, vollständige innere Balance. Die Erlangung eines solchen übergeordneten Bewusstseins ist derzeit nur einer kleinen Schar von spirituell hoch entwickelten Menschen zugänglich.       
Das Leit-Motto lautet hier: „Alles ist gleich-gültig‘“, „alles ist eins“, „im Grunde genommen ist alles egal.“

Glücksstufe 3:   Ekstase, Flow, Orgasmus, tiefempfundene Freude über die gewonnene Fußballweltmeisterschaft oder Einsicht in eines der Geheimnisse des Universums. Diese Zustände von emotionalem Glück haben alle gemein, dass sie besonders intensiv erlebt werden und frei von jeglicher Rationalität sind, jedoch nur von kurzer Dauer. Das Leit-Motto lautet hier: „Ich könnte fliegen.“

Glücksstufe 4:   Körperliches und geistiges Wohlbefinden, gute Laune und Abwesenheit von       Schmerzen.
                            Das Leit-Motto ist: „Ich fühle mich sehr wohl.“

Glücksstufe 5:   Zufriedenheit, Zuversicht, Präsenz, Leben im Hier und Jetzt, zeitloses Glück, Bewusstseinserweiterung, Liebe, Glaube, Spiritualität. Dieser Glückszustand kann bei einiger geistigen Übung recht konstant gehalten werden.
Hier lautet das Leit-Motto: „Ich bin zufrieden, auch wenn nicht alles perfekt ist, nichts kann mich erschüttern.“

Glücksstufe 6:   Sinnfindung, Erfüllung, individuelle Potenzialentwicklung, Unabhängigkeit, Dankbarkeit, Gefühl, einen bedeutsamen Beitrag zu einem größeren Ganzen leisten.
Diese Stufe wird geprägt vom Leit-Motto: „Mein Leben hat einen Sinn, auch wenn manches schmerzhaft ist.“

Glücksstufe 7:   Toleranz, Gelassenheit, Hoffnung, Demut.         
Diese Stufe hat das Leit-Motto: „Nicht alles ist gut, aber am Ende wird alles gut.“

Glücksstufe 8:   Jammern, Nörgeln, Klagen, Depression.
Hier lautet das Leit-Motto: „Alles ist so furchtbar, ich bin Opfer und kann nichts tun.“

Glücksstufe 9:   Wut, Hass.
Menschen auf dieser Glücksstufe leben nach dem Leit-Motto: „Am liebsten würde ich alles kurz und klein schlagen.“

Glücksstufe 10: Tod, ewige Ruhe. Diese Stufe ist dann ebenso wie Stufe 1 nicht mehr von dieser Welt. Je nach Religion, Weltanschauung oder Philosophie ist Stufe 10 dann in der Nähe von Stufe 1 − oder ganz weit weg davon.
Wie bei Stufe 1 ist das Leit-Motto Nicht verbalisierbar.

Alle diese Glücksstufen sind mein ganz persönlicher Versuch einer Annäherung an die Beschreibung möglicher Glückszustände. Sie mögen vielleicht völlig andere Stufen haben – dann nur zu! Ich finde es interessant, dass sich meine Stufen umso leichter erreichen und perpetuieren lassen, je tiefer sie liegen. Unser Glück ist offenbar mit einem Streben nach höheren Stufen verbunden. Und dieses Streben hat viel mit der Entwicklung unseres Bewusstseins zu tun.

Die gute Nachricht ist nun, dass wir uns meistens zwischen den Stufen hin- und herbewegen können und müssen, weil wir Glück nicht konservieren können. Der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch sagte einmal: „Wer jeden Tag Sahnetorte isst, weiß bald gar nicht mehr, wie Sahnetorte schmeckt“. Es gibt auch Regentage, traurige Stunden und schmerzhafte Situationen. Diese nicht so glücklichen Intervalle sind aber das Salz des Lebens. Das können wir gar nicht vermeiden. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen und dass wir „in Bewegung“ bleiben. Glück hat ganz wesentlich mit unserer Einstellung zu tun. Damit haben wir den Schlüssel zu unserem Glück in den eigenen Händen: Wenn wir uns innerlich dem Glück öffnen, wird es uns erreichen. Wenn wir uns innerlich verschließen, werden wir aus dem „Tal der Tränen“ nie herauskommen. Sehr schön hat dies Ken Robinson formuliert: “It’s not what happens to us that makes the difference in our lives. What makes the difference is our attitude toward what happens.“„Nicht, was geschieht, macht den Unterschied in unserem Leben. Den Unterschied macht unsere Einstellung zu dem, was geschieht.“ Der Satz „Jeder ist seines Glückes Schmied“, bekommt damit eine tiefere Bedeutung jenseits der Ereignisse in der Außenwelt. Erkennen wir: Wir haben wesentlich mehr Einfluss auf unser Lebensglück, als wir häufig annehmen.

Für heute sind wir damit fast am Ende.  Wie immer gibt es für Sie noch zwei Impulse, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, ein Zitat und eine Frage für Sie zum Nachdenken.

Das Zitat stammt heute aus Norwegen:

„Das Glück erkennt man nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen.“

Und die persönliche Frage für Sie lautet:

– Sind Sie sich bewusst, wie stark Ihr Glücksempfinden von Ihrer eigenen Einstellung abhängt?

Gehen Sie in sich und finden Sie eine persönliche Antwort!

Viel Spaß dabei!

In der nächsten Folge sprechen wir darüber, was uns inhaltlich glücklich macht und warum.

Bis dahin verbleibe ich mit den besten Wünschen, Ihr Thomas Kapp